Prävention

Prävention

Aids- und HIV-Prävention steht immer im Zusammenhang mit Sexualität und Drogengebrauch. Das sind Themen, die Jugendliche in besonderem Maße betreffen.
Jedoch geht es nicht nur um reine Vermittlung von Faktenwissen, sondern auch und besonders um die sozialen und ethischen Hintergründe, die mit den Themen HIV, Aids, Sexualitität, Krankheit, Sterben, Tod und Drogengebrauch verbunden sind. Es geht somit auch um die Einübung von sozialem, nichtdiskriminierendem Verhalten gegenüber Kranken, Behinderten, homosexuellen Menschen, MigrantInnen und Drogengebrauchern.
Prävention zielt darauf ab, Jugendlichen die Verantwortung für die eigene Gesundheit und die der jeweils anderen bewusst zu machen und in kritischen Situationen adäquat zu handeln. Im Bereich der Sexualpädagogik ist es wichtig, Jugendlichen den Gebrauch von Kondomen nahezulegen, um sie nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen.
Da auch der Erstkontakt mit legalen und illegalen Drogen meist im Jugendalter stattfindet, ist es auch Aufgabe der Aids-Hilfen in Präventionsveranstaltungen auf Risiken des Drogengebrauchs besonders in Bezug auf Übertragungswege durch Drogengebrauch von HIV und Hepatitis hinzuweisen.
Sexualität und Drogengebrauch im Jugendalter sind sensible Themen und wir haben in unseren Präventionsveranstaltungen die Erfahrung gemacht, dass ein enormer Wissens- und Diskussionsbedarf zu diesen Themen bei Jugendlichen besteht. Allerdings sind wir aufgrund der personellen Situation nicht in der Lage, in allen Schulklassen und Jugendgruppen in Mainz, im Landkreis Mainz-Bingen und Bad Kreuznach Veranstaltungen anzubieten.
Dass es dem Großteil der Jugendlichen jedoch leichter fällt, sich den "relativ fremden" Mitarbeitern der Aids-Hilfe zu sexuellen Erfahrungen und Drogengebrauch mitzuteilen als vertrauten Personen, zu denen ein Abhängigkeitsverhältnis besteht (Eltern, Lehrer) sind wir uns unserer Verpflichtung bewusst und kommen dem Wunsch, Information und Aufklärung - soweit es zeitlich möglich ist, nach individueller Absprache zu erhalten, nach.

Prävention für Lehrkräfte

Seit 2002 werden Multiplikatorenschulungen für LehrerInnen konzipiert, durchgeführt und ausgewertet. Es zeigte sich, dass auch bei den Lehrkräften ein hoher Informationsbedarf zum Thema HIV und Aids besteht.
Im Vordergrund steht bei den Multiplikatorenschulungen nicht die reine Wissensvermittlung, sondern mehr die Methodenvermittlung, hier also die Auseinandersetzung mit den Fragen:

  • Welche Methoden eignen sich, um das Thema HIV und Aids in den Unterricht einzubringen?
  • Wie spreche ich mit Schülern und Schülerinnen offen über Sexualität?
  • Welche Rolle spielt die Elternarbeit?
  • Inwieweit berücksichtigen Lehrer die spezifischen Religionen und deren unterschiedliches Sexualverständnis im Rahmen der HIV/Aids-Aufklärung?

Ziel der Multiplikatorenschulungen ist es, LehrerInnen das notwendige Wissen in Bezug auf HIV und Aids zu vermitteln, geeignete Methoden zur Unterrichtsgestaltung vorzustellen, so dass die Lehrer (auch in Einzelgesprächen) als Ansprechpartner für Fragen über HIV und Aids den Schülern zur Verfügung stehen.

Prävention für Menschen mit HIV und Aids

Menschen mit HIV sind keine homogene Gruppe. Ähnliche Probleme sind aber dennoch keine Seltenheit.
Hierzu zählen z.B. Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie oder Co-Infektionen.
Die Angestellten der Aids-Hilfe Mainz können aufgrund ihrer Qualifikationen (Dipl.-Psychologe, Dipl.-Sozialarbeiterin, Dipl.-Pädagogin) , psychosoziale Probleme der Betroffenen bearbeiten. Die Beantwortung spezifischer medizinischer Fragen bleibt anderen Experten überlassen.
In unregelmäßigen Abständen organisieren wir für die Klienten Seminare und Veranstaltungen zu bestimmten Themen mit einem/einer oder auch mehreren ReferentInnen.